Warum schreit mein Baby beim Stillen? Ursachen & Tipps gegen den Stillstreik

In den ersten drei Monaten weinen manche Babys besonders häufig aufgrund von Koliken. Möglicherweise trinkt dein Baby sehr unruhig, hektisch und schluckt viel Luft, was Bauchschmerzen macht. Rauchst du? Babys reagieren darauf möglicherweise mit Magen-Darm-Beschwerden. In seltenen Fällen haben Koliken bei Babys ihre Ursache in einer Allergie gegenüber Nahrungsmitteln, die du zu dir nimmst (z. B. Kuhmilchprodukte).

Symbolbild für stillstreik:  Baby schreit beim Stillen


Möglicherweise ist dein Kind so unzufrieden, weil du es zu kurz stillst. Dann wird es nicht satt und ist noch hungrig. Es hat zu wenig von der „Hintermilch“ bekommen, die mehr Fett und Kalorien enthält als die „Vordermilch“. Lass dein Baby lange genug an der Brust, bis es satt und zufrieden scheint.

Wenn Babys weinen und schreien, kann das auch eine Reaktion auf familiäre Spannungen sein. Vielleicht verarbeitet es mit dem Weinen die schwere Geburt, eine beunruhigende Situation aus der Schwangerschaft oder die Ereignisse des Tages. Eine Ortsveränderung oder starke Reizüberflutung lassen sensible Babys auch weinen oder schreien. Es gibt auch körperliche Ursachen wie z. B. einen wunden Po oder einen verschobenen Wirbel des kindlichen Kopfgelenks.

Falls dein Kind anhaltend weint oder schreit, gehe bitte zu deinem Kinderarzt.

Dein Baby schreit beim Stillen?

Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Baby beim Stillen streikt. Es schreit dabei die Brust an, sobald du es anlegen willst und will nicht trinken - auch Brustschimpfphase genannt. Andere Babys trinken ein paar Schlucke Muttermilch und fangen danach an zu schreien und möchten nicht weitertrinken.

Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

  • Dein Baby hat möglicherweise aufgrund einer Erkältung eine verstopfte Nase und kann nicht atmen.
  • Dein Baby ist am Zahnen und hat Schmerzen.
  • Falls dein Baby schon Zähne hat, und es dich mal in die Brust gebissen hat, hast du vielleicht laut auf den Schmerz reagiert. Das hat sich das Baby gemerkt und fürchtet sich nun wieder an die Brust zu gehen.
  • Deine Muttermilch hat ihren Geschmack verändert aufgrund von Nahrungsmitteln wie z. B. Zwiebeln oder Pfefferzinsbonbons.
  • Eventuell hat dein Baby Probleme mit der Brustwarze.
  • Deine Milch ist zurückgegangen.
  • Saugverwirrung: Dein Baby hat an der Flasche gesaugt und mag nicht mehr an der Brust saugen.
  • Dein Kind ist zu sehr abgelenkt (z. B. bei Besuch, im Urlaub oder durch andere Kinder).
  • Möglicherweise möchtest du nicht Stillen und dein Kind spürt diese innerliche Ablehnung.
  • Dein Kind reagiert ablehnend auf einen Geruch, wie z. B. Seife oder Parfüm.
  • Manchmal spritzt zu viel Milch aus der Brust und das Baby verschluckt sich.

Falls dein Kind anhaltend weint oder schreit, gehe bitte zu deinem Kinderarzt.

Tipps gegen den „Stillstreik“

  • Ist die Nase verstopft, gebe deinem Baby in Rücksprache mit dem Kinderarzt Nasentropfen
  • Ist das Baby am Zahnen, kannst du ihm etwas Hartes zum darauf herumkauen geben, wie z. B. einem Brotkanten. Im Handel gibt es auch Beißringe, die man kühlen kann, oder Veilchenwurzeln zum darauf kauen. Homöopathische Mittel sind ebenfalls denkbar.
  • Vermutest du das Weinen oder Schreien aufgrund von Nahrungsmitteln, die du zu dir genommen hast, versuche diese wegzulassen und deine Ernährung umzustellen.
  • Das Anlegen im Halbschlaf, das heißt abends und in der Nacht, wenn dein Baby halb schläft, entspannt meistens die Situation und dein Baby wird problemlos trinken.
  • Falls der Stillstreik nur tagsüber stattfindet, kannst du auch das Zimmer etwas abdunkeln.
  • Damit du keinen Milchstau bekommst, kannst du deine Milch ausstreichen oder Milch abpumpen.
  • Vorübergehend kannst du dein Baby auch mit abgepumpter Milch im Becher, z. B. mamivac® Babyfeed, oder mit dem Löffel füttern.
  • Probiere unterschiedliche Stillpositionen aus.
  • Schaffe eine ruhige Stillumgebung.
  • Stillen mit Stillhütchen kann bei besonderer Brustwarzenform ebenfalls weiterhelfen, siehe Baby richtig stillen. Verschiedene Stillhütchen zur Unterstützung findest du hier.
  • Verweigert dein Kind immer dieselbe Brust? Probiere es einseitig weiter zu stillen oder biete ihm die verweigerte Brust in der Footballhaltung
  • Treibst du intensiv Sport? Sport produziert Milchsäure, die in die Milch übergeht und deinem Baby nicht schmeckt. Warte darum nach dem Training mindestens eineinhalb Stunden, bevor du wieder stillst.
  • Vielleicht hast du zu wenig Milch. Tipps, wie du mehr Milch bekommen kannst, findest du hier.
  • Singen oder Summen beim Stillen kann die Situation beruhigen.
  • Hole dir Unterstützung bei deiner Hebamme oder in einer Stillgruppe. Bitte andere stillende Mutter um Rat.
  • Bleibe geduldig – die meisten Babys streiken nur einmalig während der Stillzeit.
  • Vermutest du Koliken als Ursache, hilft es, das Baby viel zu tragen, am bequemsten für dich im Tragetuch. Durch die aufrechte Haltung und den Körperkontakt entspannt sich dein Kind. Auch eine Babymassage tut deinem Baby gut.
Quelle: Stillberaterin (La Leche League) & Psycholgoin Hannah Lothrop. Das Stillbuch - Auflage 2016

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